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MICHEL HUELIN I PHYTOTRON

MICHEL HUELIN I PHYTOTRON

January 24 – March 6, 2009


PRESS RELEASE / PRESSMITTEILUNG

PRESSEMITTEILUNG

MICHEL HUELIN I PHYTOTRON

Ausstellung: 24. Januar – 6. März 2009

Die Fabian & Claude Walter Galerie eröffnet das Ausstellungsprogramm des neuen Jahres mit einer Werkschau des Künstlers Michel Huelin (*1962, Saignelégier CH). Gezeigt werden Szenen aus einer scheinbar träumerischen und verführerischen Welt, die zu Grundsatzdiskussionen animieren.

In einer Reihe von Lambdadrucken wird ein fiktives Ökosystem dargestellt, in dem in Nahsicht eine wundervoll wuchernde Ansammlung von Blumen, Blättern und Stielen in kühnen und leuchtenden Farben, schwerelos in undefinierter Umgebung schweben. Unterbrochen werden diese Elemente durch Gitter, transparente Schläuche und Gefässe, kleine Nebelschwaden und expressive Spritzer digitaler Malfarbe. Die Beschauer tauchen in eine virtuelle Welt ein, in einen Dschungel hybrider, teils vertrauter, teils fremdartiger Objekte. Die Frage stellt sich bezüglich der (Un-)Wirklichkeit der eigenen Präsenz.

Phytotron, der Titel der Ausstellung, bezeichnet eine experimentelle Einrichtung, welche die Kultivierung von Pflanzen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen erlaubt. In diesem Sinne schöpft, generiert und kalkuliert Huelin digital ein "virtuelles Biotop, in dem die Elemente einander komplementieren und nähren". Der Künstler realisiert seine Werke anhand von virtuellen Modellen, die er am Computer mit Hilfe von 3D-Modellierungsdateien entwickelt. Er beschäftigt sich, in eigenen Worten, "mit dem Konzept der transformierten, entfremdeten Natur, mit Manipulation und Mutationen, mit dem Verhältnis zwischen den Spezies". Über die Jahre hinweg ist ein grosser Fundus an digitalen Dateien entstanden, welcher laut Künstler "die Elemente einer sehr komplexen virtuellen Welt" umfasst. "In einem gewissen Masse simuliere ich", so Huelin, "eine mögliche Evolution der lebenden und der inerten Masse, in dem ich eine Anzahl der numerischen Parameter verändere, welche die Reaktionen zwischen den virtuellen Elementen und ihrem fiktiven Umfeld festlegen".

Seit 2000 schaltet sich Michel Huelin als Künstler mit moderner Darstellungstechnologie in die Debatte um Bio- und Gentechnologie ein, ohne offenkundig politisch zu werden. Der wissenschaftlichen Ratio und Logik stellt er die Intuition und Emotion eines informierten Laien entgegen. Zudem beschäftigt sich Huelin in seinen Arbeiten mit dem doppelsinnigen beziehungsweise zweideutigen Naturbezug, mit Wahrnehmungs- und Naturphänomenen und erforscht das Grenzgebiet zwischen dem Reellen und Virtuellen. "Meine hybriden Bilder", so Huelin "vermischen die Bezüge zur reellen Natur mit fiktiven Organismen und Elementen aus der Malerei. Die Integration gescannter und ins virtuelle Modell integrierter Pinselstriche verursacht eine Unsicherheit in Bezug zu dem, was reell und dem was virtuell ist".

Michel Huelin sieht sich nicht als ein politischer Künstler, doch prägen seine Fragen und seine Zweifel gegenüber der Gentechnologie sein virtuelles Biotop und dessen Ästhetik: "Die Bilder, die ich schaffe, erheben keinen Realitätsanspruch, diese Welt ist nicht organisch, sondern numerisch; wuchernd und quantifizierbar ist nur das fiktive Chaos. Ich suche viel eher den Zweifel zu begründen, indem ich Gebrauch mache von kontradiktorischen Konzepten, Mutationen, Gefühle von Beklommenheit andeute, aber auch Sinnlichkeit und Humor. Ich könnte sagen, dass meine Bilder von einer trügerischen Heiterkeit sind".

Biografie: Michel Huelin lebt und arbeitet in Genf. Nach einer Matura in den Naturwissenschaften, schloss er 1988 an der Ecole Supérieure d'Art Visuel de Genève mit dem Diplom ab. 2001 ermöglichte ihm eine 3-monatige Künstlerresidenz im Département de radiologie, hôpitaux universitaires de Genève, das Studium einer medizinischen Bildsprache und ihrer kognitiven Beurteilung. Michel Huelin hat regelmässig Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien in Europa und den USA. Zuletzt zeigte das MOCA in Cleveland (2008) seine Videos in einer Einzelpräsentation.

Bitte kontaktieren Sie uns, sollten sie Bildmaterial oder weitere Informationen benötigen.







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