| EXHIBITIONS | ARTISTS | PUBLICATIONS | NEWS | ART CONSULTING | CONTACT |
|
CURRENT UPCOMING PREVIOUS PRESS RELEASE |
![]() SONJA BRAAS I "Forces" & "The Quiet of Dissolution"August 27 – October 2, 2009PRESS RELEASE / PRESSMITTEILUNG PRESSEMITTEILUNG Sonja Braas The Best of Stash – g27 Eröffnung 27. August 17-20 Uhr In der ersten gemeinsam organisierten Ausstellung im g27 in Zürich präsentieren wir mit den Galerien Christian Roellin (Malerei, Klaus Merkel) und Peter Telini (Design, Jean Prouvé) Fotografien von der in New York lebenden deutschen Künstlerin Sonja Braas (*1968 Siegen). Wir haben eine Auswahl von wichtigen Fotografien aus den Werkgruppen "Forces" und "The Quiet of Dissolution", der aktuellsten Arbeit der Künstlerin, anlässlich dieser Eröffnungsausstellung für Sie zusammengestellt. Wie bereits in ihren früheren Werkgruppen "you are here" und "Forces" setzt sich die Künstlerin in ihrer neuesten Serie "The Quiet of Dissolution" mit der Wahrnehmung der Natur durch den Menschen auseinander. Die ausgestellten Fotografien zeigen die Natur in ihren extremsten Formen. Als wilden Sturm, als alles lähmende Riesenwelle, oder als apokalyptische Ölflut. Die Aufnahmen konfrontieren den Betrachter mit Naturereignissen, die durch ihre destruktive Kraft zu einer Bedrohung für den Menschen und dessen Lebensraum werden können. Bei "The Quiet of Dissolution" spielt die Wahrnehmung von Naturkatastrophen und die Distanz zum Geschehnis eine entscheidende Rolle. Direkt Betroffene erfahren sie als traumatisierende Erlebnisse. Die Tsunami-Katastrophe von 2004 führte aufgrund ihrer unmittelbaren und wiederholten Vermittlung durch dokumentarische TV-Bilder sowie durch die aussergewöhnliche Internationalität ihrer Opfer, zu einer globalen Reaktion emotionaler Betroffenheit und touristischer Zurückhaltung. Gleichzeitig erfreut sich das Genre des Katastrophenfilmes seit seiner Hochblüte in den 70er Jahren ungebrochener Beliebtheit. Die Wahrnehmung von Naturkatastrophen als reine Fiktion, der künstlich hervorgerufene Nervenkitzel, der nichts mit einer realen Gefahr zu tun hat, kann vom Zuschauer als angenehm unterhaltend empfunden werden. Bei der Betrachtung der in der Ausstellung gezeigten Fotografien ist eine Trennung von Nähe und Distanz, ein Auseinanderhalten von Realität und Fiktion, nicht unmittelbar möglich. Durch ihre Motivik, welche Assoziationen zu realen Naturkatastrophen weckt, berühren sie den Betrachter ganz direkt und rufen starke Emotionen hervor. Im Gegensatz zu TV-Bildern, die aufgrund ihrer zeitlichen und lokalen Verortbarkeit eine gewisse Distanznahme ermöglichen, geben die im Close-Up aufgenommenen Fotografien keinerlei Hinweise zu den Umständen ihrer Entstehung. Gerade dieses Fehlen des Anekdotischen ist es jedoch auch, das den Betrachter stutzig werden lässt: Die geradezu malerisch wirkende Ästhetik der Aufnahmen erscheint fast zu perfekt. Wird die rein assoziative, emotionale Reaktion des Betrachters auf die Fotografien von Braas von einer rational-analytischen Wahrnehmung abgelöst, schleicht sich deshalb bald der Verdacht ein, dass es sich hier um rein künstliche, am Computer generierte Bilder handeln könnte. Tatsächlich jedoch wurden die Fotografien im analogen Verfahren aufgenommen, ohne jegliche digitale Manipulation. Rein fiktiv ist hingegen der fotografierte Gegenstand: Grossformatige, künstliche Modelle, die von der Künstlerin in akribischer Kleinstarbeit in ihrem Atelier geschaffen und anschliessend fotografiert wurden. Entstanden sind daraus Bilder der Natur, die aus der Gleichzeitigkeit von assoziativen Bezügen zur Realität und fiktiven Hintergründen ihre kraftvolle, irritierende Wirkung schöpfen. In der Werkgruppe "Forces" zeigt die Künstlerin Naturgewalten – wild, ungebändigt, von der Zivilisation unberührt. Sich auftürmende Gewitterwolken, steil in den Himmel ragende Bergmassive, ewige Schneefelder; die Kamera befindet sich inmitten dieser gewaltigen Szenarien, scheinbar losgelöst vom Griff der Fotografin, in absoluter Negation menschlicher Präsenz. Die Fotografien scheinen einem romantischen Naturbegriff entsprechen zu wollen, und tatsächlich glaubt der Betrachter beim Anblick dieser monumentalen Bilder etwas von der romantischen Erhabenheit der Natur zu erahnen. Doch die Künstlerin führt den Betrachter hinters Licht und jegliches romantische Naturverständnis zugleich ad absurdum: Während rund die Hälfte der Aufnahmen tatsächlich in freier Natur entstanden sind, wurden die restlichen Fotografien inszeniert, die Landschaften im Studio in definierter Kleinstarbeit arrangiert und fotografiert. Das traditionelle Verständnis der Fotografie als dokumentarisches, die Realität abbildendes Medium und das im Zeitalter der digitalen Bildverarbeitung entstandene Konzept der inszenierten und manipulierten Fotografie, werden in Forces kombiniert und gleichzeitig in ihrer Gegensätzlichkeit relativiert. Indem das Bild der unberührten Natur in den inszenierten Fotografien als Trugbild entlarvt wird, wird zugleich klar, dass auch jede so genannte dokumentarische Fotografie und letztendlich jeder Blick des Menschen auf die Natur inszeniert, im Sinne von nach persönlichen Voraussetzungen und Erwartungen konstruiert ist. Die romantische Vision einer ursprünglichen, von der menschlichen Zivilisation unberührten Natur, wird als Utopie entlarvt. Werke von Sonja Braas sind in folgenden Ausstellungen zu sehen: Kunstmuseum Bonn,
FERNE NÄHE, >NATUR< IN DER KUNST DER GEGENWART (Group Show) Haugar Art Museum, Tonsberg (NO),
“AntArctica” (Group Show) 12.
September – 8. November 2009 KUNSTWERK, Deutsche Gegenwartskunst aus der Sammlung Alison & Peter W. Klein, Strozzina ccc, centro di cultura contemporanea a Palazzo Strozzi, Florence, (I) |

