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| Viveek Sharma, KALIYUG, 2009 |
Hideki Iinuma, Ironic and Eccentric, 2009 |
Featuring S(outh) E(ast) A(sia) – g27
Viveek Sharma (India), Hideki Iinuma (Japan)
19. März – 23. April 2010
PRESS RELEASE / PRESSMITTEILUNG
Presse-Information
Viveek Sharma, Hideki Iinuma Featuring S(outh) E(ast) A(sia) – g27
ZÜRICH – Vom 18. März bis 23. April 2010 präsentiert die Fabian & Claude Walter Galerie in den Räumen des g27 aktuelle Arbeiten des indischen Künstlers Viveek Sharma (*1968, Mumbai) und des japanischen Bildhauers Hideki Iinuma (*1975, Nagano). Die Galerie Christian Roellin zeigt Fotografien und eine Diashow des chinesisch-britischen Künstlers Dinu Li (*1971, Hongkong), der an der Biennale in Venedig 2009 vertreten war.
Mit Viveek Sharma erweitert die Fabian & Claude Walter Galerie ihr Programm um einen neuen aufstrebenden Künstler, der in Indien unter dem Synonym "Painter of Metaphors", Maler der Metaphern, bekannt ist.
Nach seinem Abschluss an der bekannten J. J. School of Arts in Mumbai, widmete sich Sharma zunächst der Zeichnung, die noch heute die Grundlage seiner Werke bildet. Seit 2005 malt der Künstler fotorealistische Bilder, in denen er seine Eindrücke, Emotionen, Erfahrungen oder reale Geschehnisse verarbeitet. Daraus resultieren Bildwelten, die auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher sein könnten. In Viveek Sharmas Werken stehen sozialkritische, wirtschaftliche und politische Themen nebeneinander, die der Künstler dem Betrachter subtil anhand von Botschaften oder mit Hilfe von Metaphern vermittelt. Sharma selber spricht von drei möglichen Darstellungsarten in seinen Werken. Der Künstler setzt sich in Form eines Selbstportraits ins Bild, wie um anzuzeigen, dass er sich als Bestandteil seiner Erzählung versteht und persönlich betroffen ist oder er integriert sich als Randfigur, als stiller Beobachter des Geschehens, in die Bildszene. In dem in der Ausstellung präsentierten Werk "IS HE THE ONE WHO RULES THE SKY?" schlüpft der Künstler beispielsweise in die Gestalt des indischen Gottes Shiva und leiht diesem sein Gesicht. In einer zweiten Form – ohne Selbstdarstellung – bringt der Künstler seine Eindrücke mit Hilfe der Aussenperspektive auf die Leinwand. Es sind Momentaufnahmen eines Ereignisses, die ihn "anfliegen", ihn beschäftigen und nicht mehr loslassen, solange bis er diese aufs Bild gebannt hat. Die dritte Darstellungsform spiegelt die Erlebnisse des Künstlers in Europa. Einige Werke referieren auf seine Zeit in Chemnitz, Deutschland, wo der Künstler 2009 im Rahmen eines dreimonatigen Stipendiums der Chemnitzer Kunstsammlungen lebte und arbeitete. Es sind Kontrastbilder zu seinem Leben in Indien. In einem Teil dieser Arbeiten setzt sich der Künstler bewusst mit dem modernen Frauenbild auseinander. In dem Werk "KALIYUG“, übersetzt mit "Göttin Kali der heutigen Zeit“, steht Viveek Sharma in der Grösse einer Ameise neben zwei riesigen glänzenden Stöckelschuhen und blickt fasziniert nach oben zur Trägerin. Es ist sein Eindruck der starken emanzipierten europäischen Frau, die auf den höchsten Schuhen ihren Arbeitsweg geht. Ein Bild, das für ihn im starken Gegensatz zu seinem indischen Umfeld steht. Viveek Sharma sagt selber: "Ich habe meine Mutter niemals arbeiten sehen."
Im Frauenbild sowie in der biografischen Arbeitsweise überschneiden sich Viveek Sharma und der japanische Skulpturenkünstler Hideki Iinuma. Mit seinen in Holz gearbeiteten Figuren bewegt er sich in einem von Gegensätzen als auch Verbindungen geprägten Grenzgebiet zwischen westlicher und östlicher Kultur.
Wie Viveek Sharma wurde auch er von seinem Aufenthalt in Europa geprägt. Er wurde an der Aichi Prefecture University of Fine-Arts, Aichi, Japan, und an der Ecole Regionale des Beaux-Arts, Nantes, Frankreich, zum Bildhauer ausgebildet. In seinen Skulpturen, die von einer beeindruckenden handwerklichen Qualität zeugen, greift Iinuma auf die in Japan bis ins 10. Jahrhundert gebräuchliche Technik des ichiboku-zukuri zurück, in welcher das Werk aus einem Holzblock herausgearbeitet wird, und entwickelt diese weiter. Er kombiniert sie mit einer Art der Oberflächenbehandlung, welche die Arbeitsspuren und die Maserung des Holzes auch unter der Bemalung sichtbar belässt. Iinuma, der zur jungen Künstlergeneration Japans zählt, setzt sich anhand seiner Skulpturen kritisch mit den Veränderungen seiner Zeit auseinander. Hauptthema seiner Arbeiten ist das aus dem Neo-Pop entstandene Mädchen-Image sowie der Wandel des Frauenbilds in der japanischen Gesellschaft. Seine aus Kampferholz geschnitzten Figuren, oftmals mit einem Hauch von ostentativer Erotik verbunden, stellen in der Regel Models aus Zeitschriften und Magazinen dar. Sowohl für die Frauen in Japan, als auch in Europa sind diese jungen Frauen immer mehr zu Modeikonen geworden, denen es nachzueifern gilt. Hideki Iinuma hält diesen sowie ihrem Umfeld wohl gemeint den Spiegel vor.
Beide Künstler werden an der Eröffung anwesend sein und stehen für Interviews in Englisch zur Verfügung.
Zum Künstler Viveek Sharma ist der Katalog "Introspective Metaphors" erhältlich.
Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Fabian & Claude Walter Simone Toellner |