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PRESSEMITTEILUNG Experimentelle Filme und Videos von DENNIS OPPENHEIM (1970-74) und ANNELIES STRBA (1997- 2006) Ausstellung: 15. Februar – 20. März 2008 ZÜRICH – Das künstlerische Schaffen Dennis Oppenheims (*1938, Electric City, Washington), der in New York lebt und arbeitet, ist breit gefächert und reicht von konzeptuellen Arbeiten, Performances über Fotografien bis zu Skulpturen. Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre, in einer Zeit grosser sozialer, politischer und kultureller Veränderungen in den USA, begann Oppenheim zusammen mit anderen Künstlern seine Arbeiten weg von musealen Institutionen oder Galerien in der Landschaft zu platzieren (Land Art). In den 70ern wandte er sich vermehrt der Body Art zu. Heute findet der Amerikaner international als Ikone der Land und Body Art Anerkennung, und sein Werk ist weltweit in namhaften öffentlichen wie auch privaten Sammlungen vertreten. Das in der Fabian & Claude Walter Galerie vorgeführte, neu erschienene Video Tooth and Nail wurde vom Künstler zusammen mit der Slought Foundation und der Fabian & Claude Walter Galerie konzipiert und wird erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es umfasst insgesamt 30 kurze, in den Jahren 1970- 74 aufgenommene und speziell für diese DVD ausgewählte und zusammengestellte Filme, die damals unter Aspen Projects Bekanntheit erlangten. Eindrückliche Performances zeigen den Künstler, wie er seinen Körper als künstlerisches Medium einsetzt, mit körperlichen Grenz- sowie Selbsterfahrungen oder Transformationsprozessen experimentiert und Wechselwirkungen mit Naturobjekten erforscht. In dem Projekt Gingerbread Man rücken biologische Vorgänge ins Zentrum: Oppenheim aktiviert nach längerem Fasten seinen lebensnotwendigen Verdauungsprozess durch Verzehr eines Lebkuchenmannes und beobachtet diese innere Umwandlung - ein fiktives Mannwesen passiert den Verdauungstrakt eines realen Menschen. Im Gegensatz zu anderen Body Art-Künstlern wie z.B. Rudolf Schwarzkogler zelebriert Oppenheim den Körper nicht als Akt der Selbstinszenierung, sondern betrachtet seinen Körper als neutrales Medium, führt seine Performances in Ruhe aus, als wäre das Beisein eines Publikums überflüssig. Die Schweizer Künstlerin Annelies Strba (*1947, Zug) fing im Alter von vierzehn Jahren an zu fotografieren und wechselte im Jahr 1997 von der Foto- zur Videokamera. Ausschlaggebend für diesen Medientausch waren in den 90er Jahren Reisen nach England und Schottland sowie Städtetrips nach Paris, New York, Berlin, Venedig und Tokyo: „Ich habe angefangen zu reisen. Und da fingen auch die Bilder an, sich zu bewegen.“ Dem flüchtigen, auf einen Augenblick konzentrierten Zeitpunkt einer Fotografie kann die Künstlerin nun mit dem Medium Video entrinnen und schafft so auf den ersten Blick beiläufige Bildwelten, die in ihrer Unschärfe mythisch überhöht und geheimnisvoll umrankt wirken. In den vergangenen zehn Jahren entstanden zahlreiche Videos: Ihr erstes, das ihre Töchter bei skurriler Hausarbeit in der Küche zeigt, betitelte Strba mit Max, 1997. Es folgen der meditative Film Koi, 1997, und eine Reihe von Städtevideos über New York, Paris oder Venedig. Aus dem Bildmaterial greift die Künstlerin einzelne Videostills heraus, die sie nachbearbeitet. Für Strba sind magische Orte, Plätze mit einer Geschichte, von grosser Bedeutung. Durch ihre expressive, poetische wie auch malerische Bildsprache, die sichtbare Pixelstruktur und teils beinahe kitschigen Farben lässt die Künstlerin den Betrachter in ein mystisches Paralleluniversum, eine innere Welt, eintauchen und entrückt ihn in eine Traum- bzw. Seelenwelt. Das u.a. in der Fabian & Claude Walter präsentierte Video Venedig, 2006, stellt die Lagunenstadt, dem Rhythmus des Wassers folgend, dar: Menschen erscheinen manchmal klar oder dann wieder nur schemenhaft, und die poetische, skelettartig anmutende Architektur der Palazzi wiegt sich in den Gezeiten des Meeres. Der Betrachter gondelt an Bögen, Fenstern, Brücken und Gräbern vorbei als durchlaufe er verschiedene Stationen seines Lebens. Untermalt wird der Film von der Musik Samuel Schobingers, dem Sohn der Künstlerin. Im Gegensatz zu Dennis Oppenheim, der in den 70ern in den Aspen Projects seinen Körper als Medium benutzt und erforscht, nimmt sich Annelies Strba zurück und beobachtet. Durch Verschleierung, Unschärfe und Mysterien erschafft sie Traumwelten und geht hellseherisch der Seele auf den Grund. Oppenheim hingegen experimentiert mit seinem Körper und spürt existentiellen Vorgängen des Seins nach. Beiden Künstlern gemeinsam ist das Erforschen verschiedener Welten und Bewusstseinsebenen: Geht Strba der weiblichen Intuition, dem inneren Bild nach, so widmet sich Oppenheim den realen Begebenheiten seines Körpers und erprobt dessen Grenzen. Die DVD Tooth and Nail ist für CHF 50.-- erhältlich. Von Annelies Strba zeigen wir Ihnen gerne einen Überblick über ihre gesamten Filme und Fotoarbeiten. Auf Anfrage senden wir Ihnen auch Bildmaterial zu der Ausstellung und stehen Ihnen für weitere Auskünfte über die beiden Künstler gerne zur Verfügung. Vom 26. bis 30. März wird die Fabian & Claude Walter Galerie an der Kunstmesse SCOPE New York und vom 3. bis 6. Juni an der SCOPE Basel teilnehmen. |
